BDA-Präsident Kramer fordert mehr Berufsorientierung

Handwerksunternehmen mit Nachwuchssorgen sollten auch Studienabbrechern Angebote machen

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BDA-Präsident Ingo Kramer im Interview mit Carsten Se9im für den BVNUnter Nachwuchssorgen leidende Handwerksbetriebe sollten verstärkt auch Studienabbrecher als Ausbildungskandidaten ansprechen. Das empfiehlt BDA-Präsident Ingo Kramer. „Auch um diese jungen Menschen sollten sich Ausbildungsbetriebe verstärkt mit attraktiven Angeboten kümmern", erklärte er in einem Interview mit den Magazinen des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen, BVN, und des Tischlerverbandes Niedersachsen. Die Fragen stellten Carsten Seim und Jan Loleit. Derzeit, so Kramer, liege die Studienabbrecherquote bei 28 Prozent, während in der Dualen Ausbildung lediglich einer von zehn Teilnehmern vorzeitig aussteigt.

An Gymnasien müsse, so der BDA-Präsident weiter, „sowohl über das Studium als auch über die duale Berufsausbildung gleichberechtigt informiert werden". Zudem müsste die „Berufsorientierung an den Schulen „verbessert werden": „Denn sie bereitet den Übergang in die Ausbildungs- und Berufswelt vor und muss ein realistisches Bild des beruflichen Alltags vermitteln. Das verhindert spätere Abbrüche."

Kramer rief dazu auf, die duale Berufsausbildung in alle Richtungen zu öffnen: für leistungsstarke, aber insbesondere auch für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler". Das Handwerk könne zusätzliche Anreize für leistungsstarke Jugendliche setzen: „Zusatzqualifikationen wie EDV-, Technik- und Fremdsprachenkenntnisse, die im Rahmen einer Ausbildung erworben werden, oder auch der parallele Erwerb von Hochschulreife und beruflichem Abschluss" seien „attraktive Optionen". Zudem müsse hier die Chance auf eine spätere erfolgreiche Selbstständigkeit im Handwerk betont werden, so Kramer: „In den nächsten zehn Jahren suchen 200.000 Handwerksbetriebe in Deutschland einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin." Wer sich selbstständig machen möchte, habe gerade im Handwerk „immer die größten Chancen". Die duale Berufsausbildung biete „hervorragende Beschäftigungsperspektiven und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten", so Kramer.

Leistungsschwächeren Jugendlichen eröffnen seinen Worten nach „zweijährige Ausbildungsangebote mit weniger komplexen Anforderungen die Chance auf einen Berufsabschluss und den Einstieg in den Arbeitsmarkt".

Das Interview im Wortlaut auf den Seiten des BVN.

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