Rede-Empfehlung

Wettbewerb: Suche nach dem besten Manuskript für einen Wirtschaftskapitän

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Journalist-Challenge – der Medienfachverlag Rommerskirchen hatte unter diesem Titel Redenschreiber aufgerufen, eine fiktive Rede für den Präsidenten eines Wirtschaftsverbandes zu schreiben. Thema: "das schwindende Vertrauen großer Teile der Bevölkerung in die deutschen Unternehmen und die Fähigkeiten ihrer Manager". Speziell in ihre Führungsqualitäten als Vorbild in einer sich spaltenden Gesellschaft." Die Beiträge der drei nach Jury-Entscheid Erstplatzierten veröffentlicht die Webseite http://www.journalist-challenge.de.

Leseempfehlung: das Manuskript des Zweitplatzierten, Thomas Lange. Kompakt, auf nur vier Manuskriptseiten, beschreibt er mit viel Sprachwitz das Dilemma, in dem sich Wirtschaftsführer in der aktuellen Krise bewegen – und kommt gleich auf den Punkt, wenn er den Redner sich namentlich vorstellen und den Satz sagen lässt: "... ich habe ein Imageproblem".

Geschickt spielt er diese Botschaft sogleich ans Publikum zurück und zieht seine Zuschauer monologisch in den geistigen Dialog: "Bevor Sie sich jetzt grinsend zurücklehnen und sagen „Stimmt, hat er“, oder sich  das zumindest denken, muss ich Sie fairerweise darauf aufmerksam machen, dass auch Sie ein Imageproblem haben."

Langes Manuskript führt die Zuhörer dahin, wo seiner Meinung nach das Imageproblem der wirtschaftlichen Elite in weiten Kreisen der Bevölkerung zu suchen ist. Sein Finale liest sich so: "Eliten sind nicht dann Eliten, wenn sie sich selbst, gewissermaßen aus eigener Machtvollkommenheit, zu solchen erklären, sondern sie sind es dann, wenn zumindest die große Mehrheit der Gesellschaft sie für herausragend hält ..." Dazu brauche es "gelebte gesellschaftliche Verantwortung".

Diese Rede wurde in Auszügen durch einen Schauspieler gehalten, weil es ja um einen Wettbewerb ging, der fiktiv zeigen sollte, was möglich wäre, wenn ... Und weiter im Konjunktiv: Wäre die Rede wirklich von einem realen Absender gehalten worden, so hätte es sich um ein sehr gutes Stück Kommunikation gehandelt.

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